• Marie Spitznagel

Dark – Netflix Mystery aus Deutschland

Liebe Freunde,

während ich mich im Umzugsstress und Renovierungschaos befinde, habe ich natürlich wenig Zeit mich um meinen Blog zu kümmern. Dazu spielt meine MS auch gerade wieder verrückt, was mir aber wahrscheinlich bald mal wieder einen Blogbeitrag wert sein wird.

Daher habe ich mich entschieden nochmal einen Text aus meinem "alten" Blog zu recyceln. Das macht auch vor allem Sinn, weil die hier besprochene Serie demnächst ENDLICH eine zweite Staffel bekommt.

JUHU.



Der Text wurde erstmals im Dezember 2017 veröffentlicht.



*Minimale Spoiler*

Ich muss zum Einstieg hier einmal ganz, ganz ehrlich sein. Wenn ein Film, eine Serie oder ein Buch mit Zeitreisen oder Zeitschleifen daher kommt, bin ich sofort dahin. Ich mag den (oder das?) Star Trek Reboot, der nach «Zurück in die Zukunft» Vorbild eine alternative, neue Zeitlinie bietet. Ich liebe das erste «Mrs Peregrin» Buch, das mit seinen Loops arbeitet. Die Dirk Gently Serie, ist weit ab von den Douglas Adams Büchern, aber (dennoch) grandios. Doctor Who ist eine meiner absoluten Lieblingsserien. Ich mag Zeitreisen.

Nun kommt die erste deutsche Netflix-Produktion um die Ecke, mit dem vielversprechenden  Titel «Dark», einem krassen gänsehautverursachendem Trailer, der direkt feststellt «Die Frage ist nicht wer. Die Frage ist nicht wie. Die Frage ist nicht wo. Die Frage ist wann.» - Vielen Dank, ich bin dabei. Tatsächlich habe ich das Ding an einem Tag durchgeguckt. Und ich werde sie nochmal gucken. Ich mag die Serie. Es kommt Zeitreisen drin vor.

Hier nochmal der grandiose Trailer.



So viel erstmal dazu.

«Dark» ist insgesamt eine gute, stimmungsvolle und kluge Serie, die aber weit von Perfektion ist. Das ist aber auch okay, wenn man lange genug sucht, ist keine Serie perfekt. Die Figuren sind sehr realistisch und dreidimensional. Keine Figur fühlt sich an wie ein Klischee. Und alle sind (früher oder später) unglaublich unsympathisch. Das ist eine schöne Abwechslung. 

Die Geschichte ist sehr gut konstruiert, klug und durchdacht. Der Vergleich mit «Stranger Things» liegt nahe, auch wenn er meiner Meinung nach, eher der zeitnahen Veröffentlichung dieser Serien geschuldet ist, statt einer echten Parallele zwischen den beiden Shows. Tatsächlich gibt es ja einige Serien, die verschollene Kinder beinhalten. Eine Serie, die diese Kinder aber so konsequent tötet eher nicht. Das ist schon ziemlich (Achtung:)DARK. Sorry.

Es ist aber nicht alles Tutti bei Dark. Leider. Ein großes Problem dieser Serie ist, dass vieles so plakativ ist. Es gibt keine subtilen Hinweise, jeder Verweis auf die Auflösung wird dir ins Gesicht geklatscht, damit es auch jeder versteht. Hier ist ein Raider Papier (Raider ist jetzt Twix, sonst ändert sich nix), hier ist noch ein Raider Papier. Oh, und guck mal, da ist noch ein Raider Papier.  Ist ja gut, wir haben es verstanden, da war einer aus den 80ern unterwegs.

Auch die Dialoge sind teilweise etwas hölzern. «Ich werde mich nicht vollfressen, solange anderswo Kinder verhungern», das ist nicht unbedingt der normale Satz einer 15jährigen, behaupte ich jetzt, und wer sich mit seinem Therapeut unterhält, wird wohl seine Sätze nicht mit «Sie als mein Therapeut...» beginnen. Und es gibt schlicht bescheuerte Situationen. Mein Highlight: Eine schniecke, Pumps tragende Superchefin, die sich in Pumps ohne Hilfe in eine Höhle abseilt. Ja, ne. Ne.

ABER: Insgesamt ist die Serie der Knaller und bekommt unheimlich viele gute Kritiken aus dem Ausland. Allerdings sind die Kritiken aus Deutschland selber ziemlich durchwachsen. Das mag aber mehr mit uns, als mit der Serie zusammenhängen. Hier ist ein sehr spannendes Video zum Thema «Deutscher Film ist doof», das ich nur empfehlen kann.



Ein ganz großer Pluspunkt ist das unglaubliche Casting! Durch das Zeitreiseelement werden die Figuren in unterschiedlichen Altern immer wieder gezeigt. Jedem Schauspieler nimmt man es ab die jüngere oder ältere Version des Charakters zu sein.

Ich bin also von «Dark» absolut begeistert und auch, wenn ich es hasse, wenn Serien mit einem riesigen Cliffhanger enden (ich knabbere immer noch an Sense 8 Staffel 2), verzeihe ich das «Dark» hier. 

Ich kann jedem nur empfehlen, sich diese Serie unbedingt anzusehen!

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