• Marie Spitznagel

Dirk Gently Staffel 2 hat mein Herz gebrochen

One eyed, one horned, flying, purple people eater

Die zweite Staffel der BBC America Serie lief jetzt schon vor einer ganzen Weile, aber da sie nicht um eine dritte Staffel verlängert wurde, musste ich mich etwas davon entfernen. So emotional. Ich habe mich nämlich sofort in die Serie verliebt und ihr Verlust trifft mich. 



Während ich noch weitere Reviews zu der Serie ansah und durchlas, stieß ich auch auf verschiedene Artikel, die dem Autor und Showrunner Max Landis sexuelle Übergriffe gegen Mitarbeiterinnen vorwerfen. Allerdings konnte ich bis jetzt keine Beweise oder echte Anklagen finden. Aber diese Vorwürfe können natürlich mit dafür verantwortlich sein, dass es keine dritte Staffel geben wird.

Also konzentriere ich mich jetzt nur auf die Serie und lasse die (von mir sehr geschätzte) Person «Max Landis» einfach mal außen vor. Nur soviel: Der Netflix Film «Bright» stammt auch aus seiner Feder, der hat ja ziemlich schlechte Kritiken bekommen. Ich fand den aber gut.

Also DIRK GENTLY. Diese Serie basiert sehr frei auf den Douglas Adams Büchern über den so genannten «holistischen» Detektiv. Es ist keine Umsetzung der Bücher, die auch großartig sind, aber sehr anders. 

Max Landis selbst nannte es mal «Fan Fiction» und letztendlich ist es genau das. Er sagte auch (und das kann ich nur so unterstreichen), dass ein Film oder eine Serie, der versucht, ein Douglas Adams Buch zu adaptieren, scheitern muss, denn die Genialität von Douglas Adams liegt in den Details. «Die Details sind das Fett und seine Werke sind nicht Hühnerbrust, sondern Schweinebauch. Wenn man das Fett wegschneidet, verliert es seinen Geschmack.» 

Was für eine geniale Analogie! 

Der Film zu «Per Anhalter durch die Galaxis» verarbeitet letztendlich nur das erste Viertel des ersten Buches einer ‹fünfteiligen Trilogie› (Wie Adams sie nannte), und auch da fängt der Film nicht den ganzen Zauber des Buches ein. Auch wenn ich den Film sehr mag.

Aber zurück zu Dirk Gently Staffel 2.

In der ersten Staffel durften wir uns mit Seelentauschmaschinen, religiösen Kulten und Zeitreisen auseinandersetzen.

Mein Highlight aus der ersten Staffel ist noch immer, wenn Dirk und Todd vom Anführer des Kultes gefangen genommen wurden, davon ausgehen, dass er nun seinen ganzen bösen Plan erzählt, nur um das festzustellen, dass er auch keinen Plan hat. Genau diesen Klischeebruch feiere ich so hart!



Die Story ist super. Super seltsam. Aber vollkommen mein Geschmack. 

Ein großes Plus der ersten Staffel sind die fantastischen Charaktere. Die Chemie zwischen Dirk und Todd, Bad Ass Farah mit lähmender Unsicherheit, Amanda die vom Opfer ihrer Krankheit zur Anführerin der Rowdy 3 wird und Bart. Ich liebe Bart.

Ist es seltsam, dass meine Lieblingsfigur eine holistische Killerin ist?

Egal, ich werde lernen damit umzugehen.

Nun aber zu Staffel 2. Wirklich!

Staffel 1 endete mit einem fiesen Cliffhanger. (Hier noch mal die Zusammenfassung)



Auch in dieser Staffel werden zunächst drei bis vier verschiedene Geschichten erzählt, die miteinander verwoben sind (everything is connected). Wir haben die Geschichte von Amanda und Vogel, die als Überrest der Rowdy 3 durch das Land reisen und versuchen den Rest der Truppe zu finden. Wir haben die Geschichte von Blackwing, Ken und Friedkin. Dann noch die beiden ganz neuen Orte Bergsberg, in den sich Farah und Todd verirren, und Wendimoor, das zunächst unerklärte Märchenland, mit einem Zug am Himmel und einem riesigen Mond mit Gesicht.    

Die zweite Staffel hat nun im gleichen Universum eine vollkommen andere Handlung. Als ich mir den Trailer ansah, dachte ich noch, das könne nie funktionieren. Zum Glück lag ich mal wieder falsch. 

Zu der bekannten Hauptcast gesellen sich zwei wundervoll inkompetente, aber liebenswerte Kleinstadtpolizisten, ein böser Zauberer und seine Schülerin, ein Prinz und sein Liebhaber, eine Schneckenhexe, eine holistische Schauspielerin und einige andere. 

Eine normale Cast also im Dirk Gently Universum. 

ABER mein neuer Liebling ist Alan Tudyk als Mr. Priest. Natürlich liebe ich Alan Tudyk.

Er ist Wash.



Als freier Mitarbeiter von Blackwing ist er schon in der Vergangenheit verantwortlich gewesen, die meisten "übernatürlichen Wesen" einzufangen. Inklusive Bart. Das ist auch in Staffel 2 sein Job. Dabei geht er teilweise sehr brutal, aber nie unüberlegt vor. Die letzte Folge deutet auch an, dass er für Staffel 3 eine wesentlich größere Rolle spielen sollte. Ja schade Schokolade.

Amanda und Todd leiden noch immer unter der fiktiven Krankheit Pararibulitis, die zu schmerzhaften Halluzinationen führt. Amanda lernt nun diese Anfälle zu kontrollieren und hat ihre eher passive Rolle aus Staffel 1 vollkommen abgelegt.

Ich möchte nicht spoilern, deswegen gehe ich auf die Handlung nicht weiter ein. ABER

Diese Serie ist so genial. Es ist eine Schande, dass sie nicht weiter verfolgt wird. Zum einen ist das Prinzip des Holismus unglaublich spannend. Aber auch ohne Interesse an diesen philosophischen Grundprinzipien zu haben, kann an die Absurdität dieser Serie genießen.

Sie ist so neu, so verrückt und so genial, dabei macht sie trotzdem Sinn und mein Nerdherzchen ist wirklich unglücklich.

Aber ich sage trotzdem: Guckt die Serie, wenn ihr sie noch nicht kennt. Damit ihr alle so unglücklich seid wie ich!

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